Irre menschlich Hamburg

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  • "Psychiatrie macht Schule" – Tag der offenen Tür für SchülerInnen im UKE – Mittwoch, 22. Feb. 2012
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Aktuell

An dieser Stelle werden aktuelle Neuigkeiten des Vereins veröffentlicht.



"Psychiatrie macht Schule" – Tag der offenen Tür für SchülerInnen im UKE – Mittwoch, 22. Feb. 2012
Montag, den 09. Januar 2012 um 22:11 Uhr

Die Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik und die Institute für Medizinische Psychologie sowie Sexualforschung und Forensische Psychiatrie sowie für Geschichte und Ethik der Medizin laden Schulen erneut ein zu Vorträgen, Filmen, Lesungen, kulturellen Angeboten und besonders zu speziell konzipierten Workshops, die fast alle jeweils von Experten aus eigener Erfahrung und beruflichen Experten oder Angehörigen gestaltet werden.

zum Download des Allgemeinen Schülerprogramms 2012, der Schülerforen 2012, des Anschreibens an die Schulen 2012 und des Lageplans 2012

Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltung werden hier laufend aktualisiert:

Hilfestellung beim Buchungsvorgang für die Schülerforn: Es kann sinnvoll sein, unmittelbar vor Auswahl der Foren das Tasten-Feld "Seite neu laden" zu klicken – dieses findet sich regulär in der Menüzeile eines jeden Web-Browsers. Das bewirkt, dass Sie auch die aktuellen Daten von den freien Plätzen angezeigt bekommen.

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Neu am 12.02.2012:

  • Material zur Autorenlesung "Mit Kindern redet ja keiner" mit Kirsten Boie finden Sie hier.
  • Material zur Autorenlesung "Texte am Rande des Universums" mit Gerhard Kemme finden Sie hier.
  • Material zur Autorenlesung "Speed" mit Hans-Christian Dany finden Sie hier.
  • Infos zum Flower-(Devil-)Stick-Spiel finden Sie hier.
  • Kunstobjekte zum Thema Essstörungen von Shirley Hartlage (Gebäude W37)
  • Ausstellung "Erfahrungsschatz": Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung als Lebenslehrer und Genesungshelfer – Portraits in Wort und Bild (Gebäude W37)
  • Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. macht Info-Stand (Gebäude W37)
  • Peer-Beratung macht Info-Stand (Gebäude W37)
  • Poster-Ausstellung vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie zu den Themen Pornografiekonsum und Intimrasur Jugendlicher
  • Kulinarische Versorgung durch das Café Osterfeld (Gebäude W37) und zwei privaten Waffelstände (Gebäude W37 und W35)

Neu am 07.01.2012:

  • Coatching Turtle Steps macht Info-Stand (Gebäude W 37).

Neu am 29.01.2012:

  • Begrüßung: Dr. Uwe Heinrichs (Leiter der Abteilung Gestaltung von Schul- und Unterrichtsqualität im Amt für Bildung, Behörde für Schule und Berufsbildung) wird Herrn Rosenboom vertreten
  • in der Zeit von 13.15 bis 14.30 Uhr wird ein Info-Stand von pro famila, Deutsche Gesellschaftschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung, Landesverband Hamburg e.V. vor Ort sein
  • Die Anmelde-Maske für die Schülerforen ist ab jetzt über den folgenden Link erreichbar:

zur Anmeldung zu den Schülerforen 2012 (Berufsfachschulen bitten wir, sich nur nachmittags anzumelden. Neu ist dieses Jahr, dass sich Personen, die Schülerforen anmelden, verpflichten dafür Sorge zu tragen, dass möglichst alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Schülerforums nach der Veranstaltung für jedes Forum unseren kurzen Online-Fragebogen ausfüllen.)

Für bis zur 6. KW eingegangene Anmeldungen zu den Schülerforen senden wir Ihnen die Eintrittskarten dann zu, ohne die Sie nicht an den Foren teilnehmen können. Selbstverständlich können Sie oder Ihre Schüler sich bis zum Abend vor der Veranstaltung anmelden. Ebenso bitten wir Sie, nicht mehr benötigte gebuchte Plätze bzw. nicht mehr benötigte Eintrittskarten so rasch wie möglich zurück zu geben, damit wir diese über das Buchungssystem wiederzur Verfügung stellen können. Ebenso können am Veranstaltungstag Einrittskarten am Stand von "Irre menschlich" getauscht werden (Eingangsbereich Gebäude W37).

Zu weiteren Veranstaltungen wie Kurzvorträge und Filme müssen Sie sich nicht anmelden

Anreise zum UKE

Ein barrierefreier Zugang zu allen Veranstaltungen ist möglich (in der Augenklinik, Gebäude W40 über den Haupteingang).

zum Feedback zu den Schülerforen (Link zum Online-Fragebogen wird erst am Veranstaltungstag frei geschaltet. Über die Fragen am Ende des Bogens können Sie uns auch eine Rückmeldung zu anderen Teilen der Veranstaltung geben. Die Auswertung erfolgt anonymisiert.)

Abgesehen von dieser Veranstaltung steht Ihnen "Irre menschlich Hamburg" das ganze Jahr über für Schulprojekte zur Verfügung.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 10:51 Uhr
 
Anders Breivik und die Schuld
Sonntag, den 04. Dezember 2011 um 08:28 Uhr

Leserbrief an das Hamburger Abendblatt

Am 29.11.2011 wurde in allen Medien berichtet, dass Anders Breivik, der Mehrfach-Attentäter aus Norwegen, möglicherweise trotz 77 Morden nicht schuldfähig sei, weil er an einer schizophrenen Psychose leidet. Unzurechnungsfähig, obwohl er alles sorgfältig plante, nationalistisch begründete und dokumentierte?

Ich kenne Herrn Breivik und das Gutachten nicht, dafür viele Menschen mit Psychose-Erfahrung. Auf diesem Hintergrund drei Anmerkungen:

Wer psychotisch war/ist, ist deshalb nicht unbedingt und generell unverantwortlich oder schuldunfähig, die meisten sind überwiegend sehr sensibel und haben sehr feine Antennen für andere.

Ganz allgemein sind Menschen mit und ohne Psychosen nahezu gleich viel oder wenig kriminell – allerdings mit Unterschieden bei der Art der Delikte.

Vor allem aber: Sollte Herr Breivik krankheitsbedingt tatsächlich nicht schuldfähig sein – mit welcher Diagnose auch immer –, schließt das die Mitschuld anderer nicht aus: Mit oder ohne Erkrankung handelte er in einem politischen Zusammenhang; er nahm die faschistische Ideologie auf, beruft sich immer noch auf bestimmte Texte und Autoren. Er nahm sie wörtlich, folgte ihrer Intention – vielleicht krankheitsbedingt ungehemmter in seinen Handlungen; der Ideologie hält er dennoch den Spiegel vor. Insofern bleibt Schuld.

Prof. Dr. Thomas Bock

Leiter der Spezialambulanz für Psychosen und Bipolare Störungen im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Dezember 2011 um 08:46 Uhr
 
Kulturtipp: Hans Fallada "Jeder stirbt für sich allein"
Sonntag, den 04. Dezember 2011 um 07:58 Uhr

Hans FalladaHans Fallada (1893 - 1947) wurde mit 18 in die Psychiatrie eingewiesen, nachdem der versuchte Selbstmord in einem fingierten Duell mit einem Schulfreund, bei dem dieser starb, scheiterte. Schwere Depressionen und Selbstmordgedanken waren seine ständigen Begleiter, denen er mit Alkohol und Morphium zu entfliehen versuchte.

Seine ersten Schreibversuche waren erfolglos. Er hielt sich mit verschiedenen Jobs über Wasser, doch um die Sucht zu finanzieren wurde er wiederholt straffällig. In Hamburg fand er seine große Liebe und geriet in ruhigere Fahrwasser.

Er beschrieb in seinen Werken eindringlich das Leid der kleinen Leute und endlich fand er in den 30er Jahren in Ernst Rowohlt seinen Verleger. "Kleiner Mann – was nun" wurde ein Welterfolg. 1944 scheiterte seine Ehe und er versuchte seine Frau im Streit zu erschießen. Eingewiesen in die Psychiatrie schreibt er dort sein Meisterwerk "Der Trinker".

An seinem Lebensende schreibt er in "Jeder stirbt für sich allein" über das wahre Schicksal des Berliner Ehepaares Hampel, das hingerichtet wurde, weil sie Anti-Hitler-Postkarten verteilt hatten. 65 Jahre später kommt das Buch erneut zu Weltruhm. Kritiker begeistert diese einzigartige Chronik des Lebens in der Nazizeit. Ein lesenswertes Buch gegen das Vergessen.

Den Originaltext "Chronist der Krise" von Misha Leuschen in Hinz&Kunzt 09/2011 finden Sie hier.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Dezember 2011 um 08:11 Uhr
 
Marsha Linehan, Begründerin der DBT, bekennt sich zu eigener Erkrankung
Freitag, den 02. Dezember 2011 um 19:54 Uhr

Marsha Linehan hat die Dialektisch Behaviorale Therapie der Borderline- Persönlichkeitsstörungen (DBT) entwickelt, um Menschen zu helfen, die mit den damals üblichen Therapien nur schwer erreichbar waren. Sie war eine der ersten, die Achtsamkeit zur Grundlage ihrer Therapie gemacht hat: nicht  nur  Klienten, sondern auch Therapeuten  müssen Achtsamkeit erlernen und praktizieren. Die DBT konnte zeigen, dass Borderline-Klienten nicht "untherapierbar" sind, sondern dass ihre Bedürfnisse in der Therapie meist nicht genügend verstanden und erfüllt wurden. Linehan fordert, dass der Therapeut den Klienten so akzeptiert, wie er jetzt im Augenblick ist, dass er sich also nicht zuerst ändern muss, um akzeptiert zu werden. Die Therapie müsse Hoffnung vermitteln, dass  jeder Mensch die Ressourcen hat, ein zufriedenes Leben zu führen, und dass man die dazu notwendigen Fähigkeiten lernen kann. Diese Fähigkeiten stehen im Zentrum der Therapie – mit dem Ziel, dass der Patient neue und befriedigendere Erfahrungen machen kann.

Neben ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre hat Marsha Linehan die therapeutische Arbeit mit Klienten nie aufgegeben. Sie ist eine warmherzige und empathische Therapeutin und verkörpert in hohem Maße die Eigenschaften, die sie als die beiden Säulen der Therapie bezeichnet:

"Compassion"/tiefes Mitgefühl und "Wisdom"/intuitives Wissen, das sich aus dem Zusammenwirken von Gefühl und Verstand ergibt, um die richtigen Mittel zur richtigen Zeit einzusetzen.

Am 23.6.2011 hat sich Marsha Linehan in einem Interview der New York Times zu ihrer eigenen Geschichte als psychisch Erkrankte bekannt: Mit 17 sei sie als „schizophren“ diagnostiziert worden – das war vor 51 Jahren; doch aus heutiger Sicht sei die Borderline-Diagnose richtiger. "I was in hell". Die Basis ihrer Theorie – radikale Selbst-Akzeptanz – hat sie sich mühsam selbst erkämpft. Auf die Frage, warum sie sich jetzt outet, antwortet sie: "So many people have begged me to come forward, and I just thought – well, I have to do this. I owe it to them. I cannot die a coward". (Sie möchte anderen Mutmachen; sie schulde es denen, die ähnliches durchgemacht haben; sie möchte nicht sterben, ohne sich erklärt zu haben.)

Marsha Linehan erweist sich mit ihrem Outing als Pionierin der EXperienced-INvolvement-Bewegung.

Marlies Busch, Thomas Bock

Den englischen Orginalartikel finden Sie hier.

 
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